Was ist Honig?

Laut Honigverordnung wird Honig so definiert:

Honig ist der natursüße Stoff, der von Honigbienen erzeugt wird, indem die Bienen Nektar von Pflanzen oder Sekrete lebender Pflanzenteile oder sich auf den lebenden Pflanzenteilen befindende Exkrete von an Pflanzen saugenden Insekten aufnehmen, durch Kombination mit eigenen spezifischen Stoffen umwandeln, einlagern, dehydratisieren und in den Waben des Bienenstocks speichern und reifen lassen.

Damit ist also ebenfalls definiert, das wir Imker dem Honig weder Stoffe hinzufügen noch entziehen dürfen. Aber wie wird Honig nun hergestellt?

Wichtig: Die Volksstärke

Honig wird von den Bienen als Wintervorrat gesammelt, haltbar gemacht und eingelagert. Schlussendlich ist Honig eine übersättigte Zuckerlösung. Zucker und weitere Inhaltsstoffe sorgen für eine theoretische unbegrenzte Haltbarkeit. Der Grundstein für eine erfolgreiche Honigernte ist eine entsprechende Volksstärke. Das Bienenvolk wächst nach der Winterruhe rasant an. Ab einer gewissen Volksstärke und somit einem großen Teil an älteren Flugbienen, beginnen die Bienen Blütennektar in den Wachszellen einzulagern. Zahlenmässig schwache Völker, benötigen den Honig zuerst für ihre eigene Verwendung. Erst der reichliche Nektarfluss von dem Blütenreichtum des Frühlings ermöglicht es dem Bienenvolk mehr Nektar und somit Honig zu sammeln als sie selber benötigen.

Beeindruckende Zahlen zeigen auf, wie viel Fleiß alleine die Bienen in die Herstellung von Honig investieren.

Für ein Glas Honig (500g) werden benötigt:

  • 1,5 kg Nektar
  • 50 000 Flüge
  • 75 Millionen Blüten
  • 50 000 km Flug (mehr als eine Erdumrundung)

Der Nektar – Grundlage der Honigherstellung

Honig besteht meist aus eingedicktem Blütennektar, eine Ausnahme ist der Waldhonig. Der Nektar enthält 60 – 70% Wasser, der Rest des Nektars besteht aus Zucker und sekundären Pflanzenstoffen. Die Sammelbienen finden den Nektar und nehmen ihn in ihrer Honigblase, eine Art Magen, auf und tragen ihn in den Stock. Im Bienenstock wird der Nektar an die nächte Biene übergeben, die diese Vorstufe des Honigs das erste Mal in der Nähe des Brutnestes einlagert. Dieser Futtervorrat, der Imker sagt „Futterkranz“, wird in der Regel für den Eigenbedarf der Bienen verwendet.

Je mehr Nektar eingebracht wird, desto mehr „unreifer Honig“ wird von Nestnähe in weiter entfernte Bereiche umgetragen. Hier übernehmen die Honigmacherbienen. Sie sorgen für die Reifung und Konservierung des Honigs.

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