Rückblick

Die gesunden Völker wurden gesichert und verladen. Nach der eigentlichen Wanderung, vorzugsweise Nachts, sind die Bienen am neuen Standort angekommen und können beginnen, Sortenhonig herzustellen.

Völkerführung und Imkertricks

Besonders bei der Gewinnung des Rapshonig, erleben die Bienenvölker einen rasanten Wachstumsschub. Die Völker stehen unter Umständen einige Stunden von der Heimat entfernt. Trotzdem müssen wir darauf achten, dass die Bienen nicht schwärmen. Diesern Eingriff in die natürliche Verhaltensweise der Bienen erfolg so schonend wie möglich und in naher Anlehnung an das natürliche Verhalten. Wir kontrollieren die Völker, zumindest im Raps, spätestens alle 10 Tage.

Bei den Besuchen werden einzelne Brutwaben für die Völkervermehrung entnommen, Platz geschaffen indem Honigräume erweitert werden und so der Schwarmtrieb gebremst.

In unserer Imkerei nutzen wir im Brutraum ein großes Wabenmaß, um den Eingriff in die Völker so gering wie möglich zu halten. Das schont die Bienen und bringt weniger Unruhe. Für die Honigräume, dort wo der Honig gelagert wird, nehmen wir jedoch nur kleine Wabenmasse. So kann der Honig schneller reifen und wird eher verdeckelt. Die Qualität und Sortenreinheit können wir so steigern. Zudem, jetzt denken wir mal an den Imker selber, wiegen die kleineren Honigräume nur noch die Hälfte von einem großen Raum.

Zum Vergleich: ein voller Honigraum der konventionelle Betriebsweise schlägt mit 30 – 35 kg ins Gewicht. Die Honigräume unserer Imkerei wiegen hingegen noch 16-18 kg. Bei einer großen Völkerzahl freut sich am Abend der Rücken ungemein.

Die Ernte und die Verarbeitung des Honig folgt den gleichen Regeln wie bereits in vorher gehenden Beiträgen Beschrieben wurde.

Imkertricks

Honigbienen verfügen über ein ausgeklügeltes Komunikationssystem. Die Sammelbienen „erzählen“ ihren Artgenossen von lohnenden Blüten. Sie befliegen nur die lohnensten Trachen und nutzen diese komplett aus. Besonders alte Imker nutzen die ausgefeilte Biologie der Bienen um sie auf die gewünschte Tracht zu konditionieren.

  1. Blühzeitpunkt
    Jede Pflanzenart hat ein für sie individuelles Zeitfenster, in dem die Nektarsekretion stattfindet oder besonders hoch ist. In einschlägiger Literatur sind diese Zeitfenster dokumentiert. Werden jetzt die Fluglöcher zum richtigen Zeitpunkt geöffnet, finden die Sammelbienen als erstes die guten Blüten und geben die Information weiter.
  2. Duftlenkung
    Bienen haben einen sehr gut ausgeprägten Geruchssinn, mit dem sie ihre Trahtpflanzen finden. Für die Duftlenkung werden Blüten oder Teile der Zielpflanze mit einer Zuckerlösung benetzt und über Nacht den Bienen in den Bienenstock gelegt. Die Honigbienen verknüpfen den Geruch der Pflanze mit dem gefundenen „Nektar“ als lohnende Trachtquelle. Am Tag bei Flugwetter erkennen die Bienen den Geruch wieder und suchen die Pflanzen auf.