Rückblick

Um Sortenhonig herstellen zu können, wurden die Völker auf den Gesundheitszustand untersucht, die Seuchenfreiheit wurde sichergestellt und das Wanderzeugnis des Veterinäramtes liegt vor.

Die zeitliche Planung

Viele Imker möchten gerne verschiedene Sortenhonige herstellen. Da wir alle mit der Natur zusammen arbeiten sind die Planungen jedes Jahr neu zu treffen und immer wieder die Randbedigungen zu prüfen.

Bevor überhaupt eine erste zeitliche Planung erfolgen kann, muss das Sortiment für den Sortenhonig festgelegt werden.

Den Beginn macht der Rapshonig. Bei normalem Witterungsverlauf beginnt der Raps der letzten Aprildekade zu blühen. Quasi mit dem Abblühen der Rapsfelder folgt auch schon die nächste Tracht, die es gilt anzuwandern. Die Scheinakazie beginnt etwa Mitte Mai zu blühen. Zeitgleich beginnt in einigen Landesteilen der Wald zu honigen. Als klassische Sommertrachte gelten nach der Akazie die Linde und die Marone im Juli. Den letzten Sortenhonig ernten die Imker in der regel in der Heide nde Juli bis Mitte August.

Neben den reinen biologischen Zeitpunkten spielt das Wetter eine entscheidende Rolle. Was nutzen die Völker Mitte April an den Rapsfeldern, wenn die klimatischen Bedingungen noch nicht die Blüte hervorbringen? Eine gewisse Flexibilität ist Vorraussetzung für guten Sortenhonig.

Vorbereiten der Völker

Wenn die Meldung kommt, „Es ist Blühbeginn!“ werden die Bienenvölker für die Wanderung vorbereitet. Da Bienen tagaktiv sind, finden die Wanderungen je nach Entfernung Nachts oder in den frühen Morgenstunden statt. Als Faustformel gilt, geht die Sonne auf, sollten die Bienenvölker am neuen Standort stehen.

Am Abend zuvor, nach Flugzeit gegen 21:00 (ggf auch später) werden die Fluglöcher der Bienenwohnungen verschlossen. Wird nachts gewandert, werden die Völker direkt auf den Anhänger oder LKW verladen und gut gesichert. Die Bienenvölker dürfen nicht zu warm werden. Die Wanderung sorgt immer für Stress innerhalb des Volkes. Die Bienen heizen sich immer weiter auf, unter Umständen so lange, bis die Waben beginnen zu schmelzen. Die Bienen verkleben in dem Honig-Wachs-Gemisch und sterben. Das Volk ist verbraust.

Um das zu verhindern, sollten die Bienen einen belüfteten Boden und unter Umständen vielleicht sogar ein Drathgitter auf dem Deckel haben. Die Luftzufuhr kühlt die Bienenvölker und verhindert das Verbrausen.

Am Zielort angekommen, werden die Bienen abgeladen. Nachdem sich die Völker in den Beuten beruhigt haben, können nach 15 Minuten die Fluglöcher geöffnet werden. Nach einer kurzen Durchsicht der Völker verbleiben diese nun am neuen Standort. Zu Trachtende wird die Prozedur zum nächsten Wandergebiet wiederholt.

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